Was ist Philosophie? 

In seiner Metaphysik bezeichnet Aristoteles die Philosophie1 als "Wissenschaft, welche das Seiende als Seiendes" untersucht. 

Was kann man unter dem Seiendem verstehen? Aristoteles unterscheidet das Seiende nach Substanz und Akzidenz. Beides gehört für ihn zum Seiendem. 

Die Substanz ist die Essenz an sich. Sie ist ohne individuelle Eigenschaften, welche die Dinge in Unterscheidbares trennen und ihnen somit einen Teibereich des Seins zusprechen.

Thomas von Aquin definiert Gott als Sein ohne Akzidentien2. Durch das Akzidenz unterscheiden und ordnen wir das Erkennbare an einer Sache, das was man benennen kann. Zum Beispiel der Satz:“X ist ein Mensch, X ist groß und X ist weiß.“ Man schreibt X etwas zu. X kann eine literarische Figur, ein Verstorbener oder meine Tante sein. Mein Hund nicht, denn X ist hier definiert als:“X ist ein Mensch.“ Wenn X in meinen Gedanken eine literarische Figur ist oder mein verstorbener Onkel, existiert X nur in meinem Kopf. Ich kann X noch so viele Attribute anhängen, wenn X nur in meinem Kopf existiert, ist er ein Attribut von mir und nicht aus sich selbst heraus, existierend. Eine Sache, die Akzidentien hat, ist, soweit man diese Akzidentien kennt, beschreibbar. X kann zum Beispiel verheiratet, Bauer, Mutter, freundlich, schwarzhaarig sein. Die Akzidentien sind veränderlich. Wenn X als weißer Mensch lange in der Sonne liegt, wird er rot oder braun. Die Substanz, das was X ist, bleibt weiterhin da. Auch wenn durch Veränderung der Attribute, das was X ausmacht, verändert wird. X ist nicht das, was seine Attribute sind. X ist das, was ist und sich verändert. 

Was ist X? Jede einzelne Wissenschaft kann X untersuchen, aber sie wird immer innerhalb ihrer eigenen Disziplin, die ein Teilbereich der gesamten Wissenschaft ist, die Dinge untersuchen und nur Ergebnisse innerhalb dieses Teilbereiches finden. Wenn man nun die Ursache von X und die Prinzipien, nach denen X funktioniert, ergründen will, muss man nicht Teilstücke ansehen, sondern man muss X ansehen und versuchen, die ersten Ursachen seines Seins zu finden. 

Die Philosophie sucht die ersten Prinzipien der Ursache für das ´So-Sein`von X und allen anderen Dingen, die sind. Da sie umfassend ist, sucht und untersucht sie die Ursache von kleinen Dingen, wie Blumen, oder die Mechanismen für ein gutes Zusammenleben von Gemeinschaften genauso wie die Regeln, nach denen die Planeten und Sonnen sich bewegen und die Ursache ihres Bestehens.

Simone März, Wietzen am 03.01.2017